Mai 182016
 

Dass ein Arbeitgeber die Hälfte der gesetzlichen Krankenversicherung zahlt, ist jedem Arbeitnehmer bewusst. Schließlich wird dies in der Gehaltsabrechnung ausgewiesen. Doch wie verhält es sich eigentlich bei einer privaten Krankenversicherung?

 

Arbeitgeber zahlen auch bei einer privaten Krankenversicherung

Ein Arbeitgeber muss laut Sozialgesetzbuch auch einen Anteil zur privaten Krankenversicherung zahlen. Logischerweise gelten hier verschieden Regeln:

  • Der Arbeitgeber zahlt bei einer gesetzlichen Krankenversicherung 50 % des Beitrages. Dies entspricht 7,3 % des Bruttogehaltes.
  • Beide Werte sind beim Arbeitgeberzuschuss zur PKV wichtig. Der Arbeitgeber zahlt maximal 50 % des Beitrages oder 7,3 % vom Bruttogehalt – je nachdem was günstiger ausfällt.
  • Wenn Sie eine preiswerte Krankenversicherung haben, dann zahlt Ihr Arbeitgeber nur einen Zuschuss von 50 %, auch wenn die 7,3 % noch nicht erreicht sind. Sie zahlen aufgrund vermehrter Leistungen einen höheren Beitrag, der die 7,3 % vom Bruttogehalt weit überschreitet? In diesem Fall zahlt Ihr Arbeitgeber die 7,3 %, auch wenn dies nicht die Hälfte der Beiträge ausmacht. Die Differenz müssen Sie selbst tragen.
  • Es gibt aber noch einen Wert, den Sie beachten sollten: Die Beitragsbemessungsgrenze: Die gesetzlichen Versicherungsbeiträge stagnieren ab diesem Einkommen – wer darüber hinaus verdient, zahlt keine höheren Beiträge. Der Arbeitgeber ist nur verpflichtet, den Maximalbetrag zu zahlen, den er auch für eine gesetzliche Krankenversicherung zahlen würde. Werden zum Beispiel bei Ihnen beide Grenzen (50 % und 7,3 % Prozent) überschritten, dann muss der Arbeitgeber zur Zeit (Stand 2016) 309,34 Euro pro Monat zuzahlen – entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze.

 

Weitere Besonderheiten

Es steht bei Ihnen eine Familienplanung mit eigenen Kindern an? In diesem Fall müssen Sie höchstwahrscheinlich die private Krankenversicherung selbst zahlen. Denn bei Elternzeit muss der Arbeitgeber keine Zuschüsse mehr leisten. Gleiches gilt, wenn Sie Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder Krankengeld von Ihrer privaten Krankenversicherung erhalten.

An Selbstbeteiligungen muss sich der Arbeitgeber ebenfalls nicht beteiligen. Wer also eine hohe Selbstbeteiligung abgeschlossen hat, um so niedrige Beiträge zu haben, der muss bei Krankheit eventuell tiefer in die eigene Tasche greifen, als wenn er eine niedrigere Selbstbeteiligung gewählt hätte.

Die gute Nachricht lautet: Beitragsrückerstattungen müssen nicht mit dem Arbeitgeber verrechnet werden. Das Geld, das Sie erhalten, weil Sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben, bleibt zu 100 % bei Ihnen.

Bevor Sie sich für eine private Krankenversicherung entscheiden, sollten Sie alle oben genannten Punkte sorgfältig abwägen und sich ausführlich beraten lassen. Einen ersten Überblick erhalten Sie bei einem PKV online Rechner.

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